J. J. Preyer: Sherlock Holmes und die Moriarty-Lüge

J. J. Preyer: Sherlock Holmes und die Moriarty-Lüge

Die Wahrheit über den Tod von Sherlock Holmes!

Es gibt in meinem literarischen Universum Dinge, die einfach nicht geschehen dürfen. Inspector Morse ist nie gestorben, Hans Castorp hat den Zauberberg nie verlassen, um in den ersten Weltkrieg zu ziehen, Fandorin hat sich nie ernsthaft in eine andere Frau verliebt. Und natürlich gilt als ebenso unverbrüchliches Gesetz: Sherlock Holmes ist nie die Reichenbach-Fälle hinuntergestürzt.

Hätte ich zu Zeiten Arthur Conan Doyles gelebt, wäre ich wahrscheinlich die Dame gewesen, die ihn mit einem Schirm attackierte, weil er seinen Detektiv sterben ließ; zumindest aber hätte ich ihm mein tränengesättigtes Battisttaschentuch in einer Geste der Verzweiflung entgegengereckt. Sherlock Holmes  ist unsterblich! Und aus diesem Grund ist es gut, dass Sherlock Holmes und die Moriarty-Lüge mit dem Auftauchen von Sherlock Holmes beginnt.

Watson liegt mit hohem Fieber darnieder, seine Ehefrau Mary ist verschwunden und sein bester Freund tot. So glaubt der Doktor an einen Fiebertraum, als Holmes plötzlich an seinem Bett steht und ihm versichert, alles in seiner Macht stehende zu tun, um Mary zu finden. Schnell stellt sich heraus, dass niemand anders als Professor Moriarty hinter so ziemlich allem steckt, was den beiden Freunden an Üblem widerfahren ist. Doch Holmes und Watson sind nicht die einzigen Opfer von Moriartys Machtgier. Im Visier des Napoleons des Verbrechens stehen der Premierminister, die Queen und ein skandalumwitterter Dichter namens Oscar Wilde …

Sherlock Holmes und Oscar Wilde als Protagonisten in einem Buch? Das ist für mich so unwiderstehlich wie eine heiße Tasse Kakao an einem kalten Herbsttag – im Klartext: Dieses Buch hätte ich sehr wahrscheinlich selbst dann gelesen, wenn es mit den Reichenbachfällen geendet hätte.

J. J. Preyer kennt seinen Holmes und spielt souverän mit den Mythen und Legenden, die sich um den Detektiv und seinen Erzfeind ranken. Er erfindet Biografien, die sich phantasievoll um Fakten des Kanons ranken und in die Psyche der beiden Gegenspieler eintauchen, ohne allzu sehr den Verlockungen der Küchenpsychologie zu erliegen. Die beiden Motive, die das Buch beherrschen, nämlich das Bild der Schlange und der Mathematik, werden konsequent bis zum Ende beibehalten.

Sherlock Holmes und die Moriarty – Lüge ist unterhaltsam, kreativ und kommt, eine Seltenheit bei vielen Sherlock Holmes – Geschichten, so ganz ohne Übersinnliches aus. Und Oscar Wilde? Auch er ist ebenso unsterblich wie das Gespann aus der Baker Street. Gunda Plewe

Exklusive Sammler-Edition!

J.J. Preyer: Sherlock Holmes und die Moriarty-Lüge

Band 02, Phantastischer Kriminal-Roman

2012, Blitz Verlag

ISBN 978-3-89840-336-8

12,95 €